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Dr. med M.Joh. Fontana - Facharztpraxis für Orthopädie - Albrechstr. 12 - 10117 Berlin Mitte
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Die Blutegel-Therapie

Blutegel (Hirudo medicinalis officinalis) wurden schon seit Jahrtausenden zu medizinischen Zwecken verwendet. Durch die maßlose Anwendung vor allem im Frankreich der letzten Jahrhunderte verschwanden die Blutegel und mit ihnen die Methode vorübergehend fast vollständig aus Mitteleuropa. Heute gewinnt die Methode nicht zuletzt durch neuere Forschungsarbeiten in der Unfall- und Plastischen Chirurgie (z.B. Replantationschirurgie), venösen Erkrankungen (z.B. oberflächlichen Venenentzündungen) und bei Erkrankungen des Bewegungsapparates (z.B. Kniegelenksarthrose) wieder zunehmend an Bedeutung s.u. Die heute verwendeten Blutegel werden meist in Zuchtanstalten kultiviert (www.blutegel.de) und dürfen aus hygienischen Gründen nur einmal verwendet werden.

Dabei werden Blutegel (Hirudo officinalis oder Hirudo medicinalis) an geeigneter Körperregion angelegt, so dass sie einen kleinen Aderlass von je ca. 8-10 ml Blut herbeiführen. Durch die gerinnungshemmenden Substanzen (Heparin und Hirudin) kommt es zu einer weiteren Nachblutung, die aber gewünscht ist.

Die Blutegel sondern über den Speichel etwa 20 verschiedene Substanzen in die Wunde ab, darunter die Blutgerinnungshemmer Hirudin und Calin und das entzündungshemmende Protein Eglin. Aus diesen Stoffen ergeben sich daher auch die wichtigsten medizinischen Heilwirkungen der Blutegel. Für die Herstellung von Sportsalben wird Hirudin als Wirkstoff verwendet. Auch Pflege-Kosmetika zur Förderung der Durchblutung bau(t)en z.T. auf Inhaltsstoffen der Blutegel auf.

In der Schulmedizin wird die Blutegeltherapie heutzutage – neben der Gefäßheilkunde, Allgemeinmedizin und Orthopädie - auch in der Unfall- und Plastischen Chirurgie angewandt. Bei Transplantationen von Ohren, Fingern, Zehen oder bei Hautverpflanzungen werden Blutegel eingesetzt, um mit Hilfe der Wirkstoffe im Blutegelspeichel die Wundheilung zu verbessern. Durch die gerinnungshemmende und gefäßerweiternde und spasmolytische Wirkung des Hirudins kann der venöse Abfluss angestauten Blutes verbessert werden, so dass die Re-Implantate nicht abgestoßen werden oder absterben.

Nach Auffassung der Naturheilkunde beruht die Wirkung der Blutegelbehandlung auf mehreren Faktoren:

Wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit liegen bislang kaum vor. Eine Studie der Karl& Veronica Carstens-Stiftung aus dem Jahr 2004 gilt als Beleg für die Wirksamkeit der Blutegelbehandlung bei Kniegelenksarthrose. 80 Prozent der behandelten Patienten berichteten über eine deutliche Schmerzlinderung nach einmaliger Behandlung, wobei diese Wirkung teilweise mehrere Monate anhielt. Die Egeltherapie war somit erfolgreicher als eine Therapie mit einer schmerzlindernden Salbe (Diclofenac).

Mediziner der Universität Duisburg-Essen konnten nachweisen, dass Blutegel die mit der Gelenkentzündung (Arthritis) einhergehenden Schmerzen im Fingergelenk deutlich effektiver lindern als herkömmliche Schmerzmittel.

Medizinische Studien zu weiteren Indikationen sind nicht bekannt.

Hauptindikationen:

Erkrankungen des Bewegungsapparats:

Venöse Erkrankungen:

Sonstige Indikationen:

Kontraindikationen:

Nebenwirkungen und Risiken

Rund um die Bissstelle kann es zu Blutergüssen kommen, die nach einigen Tagen abklingen. In der Regel kommt es zu einer leichten Schwellung der Stellen, verbunden manchmal mit Juckreiz. Durch heftiges Kratzen könnte eine Wundinfektion ausgelöst werden.

Nach der Behandlung kann es zum leichten Absinken des Blutdrucks und (theoretisch) zu einer Kreislaufschwäche kommen. Die Bissstellen verheilen im Normalfall innerhalb einiger Wochen, in seltenen Fällen bleiben jedoch kleine Narben zurück.

Die Behandlungskosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen!