Krankheitsbilder | Wichtige weitere Erkrankungen aus der orthopädischen Praxis
Burn-out-Syndrom oder Erschöpfungssyndrom
Auch für Experten ist nicht wirklich klar, wo fängt „burn-out“ an und wo hört „burn-out“ auf? Es bestehen starke Korrelationen (= Koinzidenz) mit Stress, Depression und Neurotizismus.
Was macht überhaupt der klassische „Burn-out-Syndrom“-Patient in einer orthopädischen Praxis? - Nun, mind. 50% der Erkrankungen, welche Patienten in die klassische orthopädisch-konservative Praxis führt, haben eine psychosomatische Beteiligung.
Im Internet finden sich eine Vielzahl von Tests zum Thema „Burn-out-Syndrom“.
Zwei Selbsttests sind unter dem u.g. Link einzusehen. Die Tests ersetzen aber keine ärztlich gestellte Diagnose, daher sollten Sie in jedem Fall einen Arzt ihres Vertrauens konsultieren.
Selbsttest swissburnout.ch
Studie: Burnout in der PR-Branche
Selbsttest Focus
Therapeutische Empfehlungen
Entspannungstechniken
- Muskelrelaxation nach Jacobsen
- Yoga
- Tai Qi
- Qi Gong
- Autogenes Training
- Meditation
- sportliche Aktivität als Ausgleichscharakter
und unter Verzicht auf starke Leistungsorientierung
- Akupunktur
Alltags-Stresshilfen einsetzen
- Tief durchatmen
- Aus dem Fenster schauen
- Stressabbau: auf den Tisch/ gegen einen Box- oder Sandsack hauen
- Positive Selbstgespräche führen (ich kann das, ich schaff´ das schon...)
- Kurze Spaziergänge, ein naher Park oder Wald, ein kleiner Fluss, eine Gartenbank im Hof
- Stärken sozialer Beziehungen
- gutes Kollegenverhältnis bewahren/ versuchen (wieder-) herzustellen
- Pflege von Freundes- und Bekanntenkreis
- Freundeskreis darf gern nicht nur aus dem eigenen Berufsfeld stammen
Kritische Hinterfragung der eigenen Ansprüche und Einstellungen:
- zu kritisch
- zu perfektionistisch
- grundsätzlich immer Ablehnung von Hilfsleistungen anderer
- mangelnde Delegierfähigkeit - immer alles selbst durchführen wollen
- Verbesserung von Arbeitsstrategien
- Realistische Zeitpläne entwickeln
- auch mal etwas auf-/ verschieben können
- Lernen, "nein" zu sagen
- Besuch von Zeitmanagement-Seminaren
Genuss kultivieren
- Eine gute Flasche Wein genießen zu können
- Nahrungszubereitung und Essen mit Zeit
- Kino, Theater, Kunstausstelllung
- Öfter mit Partner Wellness-Wochenende in schönem Hotel einlegen ("Abwechslung vom eigenen Bett!")
- Spaziergänge, Natur erleben
- Neue (oder alte) Hobbies kultivieren: z.B. Chorsingen, Reiten, Gartenarbeit, Haustier...)
Bewusste Stressvermeidung
- Kurzurlaube und Auszeiten nehmen
- Abschaltung von elektronischen Kommunikationsgeräten (2 Tage pro Woche, am Wochenende, jeden Urlaub...)
Literatur: A. Hillert/M.Marwitz: Die Burnout-Epidemie, C.H. Beck-Verlag, 2006