Primäre Coxarthrose
Die Ursache der Hüftgelenksarthrose ist unbekannt. In der Regel entwickelt sich diese erst im höheren Lebensalter und betrifft meistens beide Hüftgelenke (mehr oder weniger ausgeprägt).
Sekundäre Coxarthrose
Hüftgelenksarthrosen, die sich aus nicht vollständig ausgeheilten Hüftgelenkserkrankungen im Kindes- oder Jugendalter entwickeln: aus früheren Gelenkentzündungen; aus Verletzungen und Gelenkfrakturen; aus anatomischen Varianten im Hüftkopf oder Pfannenbereich. Diese sekundäre Coxarthrose tritt in der Regel früher auf und bezieht sich meist nur auf eine Seite des Hüftgelenkes.
Da Frauen häufiger unter einer Hüftdysplasie leiden und der Knorpel aufgrund seiner Beschaffenheit weniger belastbar ist als der männliche Knorpel, neigen Frauen eher zu Hüftgelenksarthrose als Männer. Ein wesentlicher Risikofaktor zur Entstehung oder Beschleunigung einer bereits bestehenden Hüftarthrose ist das Übergewicht (Adipositas).
Letztlich wird der Verschleiß als Ursache und Auslöser der Hüftgelenksarthrose angesehen. Es erscheint nicht überraschend, dass das Risiko an einer Hüftgelenksarthrose zu erkranken mit zunehmendem Lebensalter steigt. Studien belegen, dass ab einem Alter von 70 Jahren etwa 70 bis 80 % der Menschen Verschleißerscheinungen an der Hüfte und/oder anderen Gelenken aufweisen.
Entwicklung der Symptome und Beschwerden
Bewegungseinschränkung:
Je nach Schmerzausmaß treten unterschiedliche Bewegungseinschränkungen auf. In der Regel ist von der Einschränkung zunächst die Drehung (Innendrehung) betroffen. Immer schwieriger wird dann auch die Abspreizfähigkeit des Beines.
Gangbildstörungen Der Patient vermeidet in der Regel schmerzhafte Bewegungen. Als Entwicklungsfolge der Hüftarthrose zeigt sich beim Laufen oft eine Neigung des Patienten über das betroffene, kranke Hüftgelenk.
Konservative Therapie
Beratung
Im Rahmen der Praxiskonsultation werden unsere Patienten über die Erkrankung, sowie deren natürlichen Verlauf und die Beeinflussbarkeit durch etwaige Therapieformen aufgeklärt. Aufgrund der vielen individuellen Faktoren ist eine solche Beratung immer an die jeweiligen persönlichen Umstände und individuellen Lebensgewohnheiten gebunden.
Im Rahmen der konservativen Therapie ist der Patient besonders gefordert. Er muss unter Umständen gewohnte Verhaltensweisen abändern. So ist beispielsweise darauf zu achten, dass ein tragbares Verhältnis zwischen der tatsächlichen Belastung und der möglichen Belastbarkeit geschaffen wird. Gewichtsabnahme!! - wo erforderlich! bei Erhöhung des sportlichen Aktivitätsgrades mit hüftgelenksgerechtem Sport“. Radfahren und Schwimmen sind am besten geeignet! Nordic Walking. Zu vermeiden sind Tennis, Jogging, Ballsportarten wie Volleyball und Fußball. Ganztägiges Gehen und Stehen ist zu vermeiden. Kein Heben schwerer Gegenstände.
Medikamentöse Therapie
Diese Therapie therapiert nicht die Ursache. Die medikamentöse Behandlung dient vielmehr der Reduktion der Schmerzen und der Entzündungshemmung. Hierfür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Man kann systemisch und lokal mit diversen Substanzgruppen therapieren.
Physikalische Therapie
Orthopädietechnische Maßnahmen:
Operative Therapie
Operationen werden v.a. zur Wiederherstellung der Beweglichkeit durchgeführt. Eine drohende Invalidisierung wird dadurch meist verhindert. Sie dienen auch zur Schmerzbekämpfung. Bei Lockerungen der Implantate (bedingt durch Infekt, Verschleiß und Überbeanspruchung, Fraktur, Tumor usw.) erfolgen Wechseloperationen (s.u.).
Allgemeine Indikationskriterien:
Die Auswahl des Operationsverfahrens ist dabei in erheblichem Maße von den Indikationskriterien abhängig. Es stehen demzufolge verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung.
Häufige Operationsverfahren:
Hüftendoprothetik und Prognosen
Nach Hüftprothesenoperationen sind zu einem hohen Prozentsatz positive Zustimmungswerte der Patienten hinsichtlich erheblicher Beschwerdeverringerung und Schmerzreduktion, Mobilitätszunahme und Gewinn an Lebensqualität zu erwarten. Inzwischen sind Hüftendoprothesen als solche recht lange „haltbar“, Es gibt dokumentierte Verläufe von bis zu 28 Jahren Tragedauer mit derselben Prothese. Im Durchschnitt sind 20 Jahre eine realistische Zeitspanne bei normalem Gebrauch des Gelenkes und in Relation zum Lebensalter! Wechseloperationen sind erforderlich, wenn Lockerungen im Schaft und/oder Pfanne und (meist erhebliche) Schmerzen und Bewegungseinschränkungen vorliegen. Die Wechselrate, d.h. Austausch von Komponenten des (künstlichen) Hüftgelenkes, liegt bei ca. 0,5% pro Jahr. Nach 10-15 Jahren steigt die jährliche Wechselrate deutlich an. Je jünger und aktiver die Patienten sind, desto wahrscheinlicher wird irgendwann ein Wechsel! Es sollte daher der erste Gelenkersatz bei diesen Patienten so weit wie möglich hinausgezögert werden, um eine (unvermeidliche) Wechseloperation ebenfalls weit vor sich zu schieben. Ist die Lebensqualität bei diesen jungen/jüngeren Patienten trotz Ausschöpfung aller konservativen Maßnahmen verringert oder gefährdet, wird eine Hüftprothesenoperation nicht zu umgehen sein.
Unsere Praxis arbeitet mit verschiedenen Gelenk- und Endoprothesenzentren Berlins zusammen. Wir beraten Sie dabei stets unabhängig und neutral.
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Fortgeschritte Cox-Arthrose (Hüftgelenksabnützung) mit aufgehobenem Gelenkspalt (siehe Pfeile)
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