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Dr. med M.Joh. Fontana - Facharztpraxis für Orthopädie - Albrechstr. 12 - 10117 Berlin Mitte
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Coxarthrose (Arthrose des Hüftgelenkes)

Primäre Coxarthrose

Die Ursache der Hüftgelenksarthrose ist unbekannt. In der Regel entwickelt sich diese erst im höheren Lebensalter und betrifft meistens beide Hüftgelenke (mehr oder weniger ausgeprägt).

Sekundäre Coxarthrose

Hüftgelenksarthrosen, die sich aus nicht vollständig ausgeheilten Hüftgelenkserkrankungen im Kindes- oder Jugendalter entwickeln: aus früheren Gelenkentzündungen; aus Verletzungen und Gelenkfrakturen; aus anatomischen Varianten im Hüftkopf oder Pfannenbereich. Diese sekundäre Coxarthrose tritt in der Regel früher auf und bezieht sich meist nur auf eine Seite des Hüftgelenkes.

Da Frauen häufiger unter einer Hüftdysplasie leiden und der Knorpel aufgrund seiner Beschaffenheit weniger belastbar ist als der männliche Knorpel, neigen Frauen eher zu Hüftgelenksarthrose als Männer. Ein wesentlicher Risikofaktor zur Entstehung oder Beschleunigung einer bereits bestehenden Hüftarthrose ist das Übergewicht (Adipositas).

Letztlich wird der Verschleiß als Ursache und Auslöser der Hüftgelenksarthrose angesehen. Es erscheint nicht überraschend, dass das Risiko an einer Hüftgelenksarthrose zu erkranken mit zunehmendem Lebensalter steigt. Studien belegen, dass ab einem Alter von 70 Jahren etwa 70 bis 80 % der Menschen Verschleißerscheinungen an der Hüfte und/oder anderen Gelenken aufweisen.

Entwicklung der Symptome und Beschwerden

  1. Steifigkeitsgefühl - diffuser Gelenk- und Muskulaturschmerz (= Myalgie, Hartspann)
  2. Überlastungsschmerz
  3. Anlaufschmerz - morgens früh (nach dem Schlafen) und nach längerem Sitzen. Er verschwindet meist, sobald das Gelenk „eingelaufen“ ist.
  4. Ermüdungsschmerz - nach langem Laufen, Stehen oder Arbeiten
  5. Einklemmungsschmerzen“ - plötzlich einschießend, meist im Leistenbereich
  6. Belastungsschmerz - mit belastungsabhängigen freien Intervallen
  7. Ruheschmerz – meist im Endstadium der Erkrankung. Z.B. geschieht das Schuhe- und Strümpfeanziehen evt. mit „Tricks“ oder mit Hilfsmitteln
  8. Schmerzlokalisation:
    Leiste, Hüftaußenseite (Trochanterregion), Gesäßmuskulatur, Oberschenkelvorderseite bis zum Knie. Da eine Schmerzausstrahlung bis hinein ins Knie oder in den Rücken möglich ist, ist die falsche Deutung der Schmerzen durch den Patienten (und Arzt) möglich.

Bewegungseinschränkung:

Je nach Schmerzausmaß treten unterschiedliche Bewegungseinschränkungen auf. In der Regel ist von der Einschränkung zunächst die Drehung (Innendrehung) betroffen. Immer schwieriger wird dann auch die Abspreizfähigkeit des Beines.

Gangbildstörungen – Der Patient vermeidet in der Regel schmerzhafte Bewegungen. Als Entwicklungsfolge der Hüftarthrose zeigt sich beim Laufen oft eine Neigung des Patienten über das betroffene, kranke Hüftgelenk.

  1. Muskelschwund – v.a. Gesäß und Oberschenkel.
  2. Beinverkürzungen - bis zu 3 cm sind möglich.


Konservative Therapie

Beratung

Im Rahmen der Praxiskonsultation werden unsere Patienten über die Erkrankung, sowie deren natürlichen Verlauf und die Beeinflussbarkeit durch etwaige Therapieformen aufgeklärt. Aufgrund der vielen individuellen Faktoren ist eine solche Beratung immer an die jeweiligen persönlichen Umstände und individuellen Lebensgewohnheiten gebunden.

Im Rahmen der konservativen Therapie ist der Patient besonders gefordert. Er muss unter Umständen gewohnte Verhaltensweisen abändern. So ist beispielsweise darauf zu achten, dass ein tragbares Verhältnis zwischen der tatsächlichen Belastung und der möglichen Belastbarkeit geschaffen wird. Gewichtsabnahme!! - wo erforderlich! – bei Erhöhung des sportlichen Aktivitätsgrades mit hüftgelenksgerechtem Sport“. Radfahren und Schwimmen sind am besten geeignet! Nordic Walking. Zu vermeiden sind Tennis, Jogging, Ballsportarten wie Volleyball und Fußball. Ganztägiges Gehen und Stehen ist zu vermeiden. Kein Heben schwerer Gegenstände.

Medikamentöse Therapie

Diese Therapie therapiert nicht die Ursache. Die medikamentöse Behandlung dient vielmehr der Reduktion der Schmerzen und der Entzündungshemmung. Hierfür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Man kann systemisch und lokal mit diversen Substanzgruppen therapieren.

  1. Antiphlogistika (NSAR) – besonders zu Anfang der Erkrankung hervorragende systemisch entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften der Medikamente (z.B. Diclofenac, Ibuprofen). Nicht zur Dauertherapie! Wichtigste Langzeitnebenwirkung: Magenschleimhautreizungen!
  2. Knorpelschutzpräparate (z.B. Hyaluronsäure, lokal im Gelenk selbst oder Chondroitinsulfat, systemische Gabe) à# link ## werden in den Anfangsstadien einer Arthrose als erfolgsversprechend eingestuft. Eine Behandlung erscheint daher vor allem zu Beginn der Abnützung und Degeneration sinnvoll. Über den Grad der Wirksamkeit streiten sich die Kontinente. Europäische Mediziner sind meist eher zurückhaltend in der Verordnung - amerikanische Ärzte sehen größere Therapiemöglichkeiten. (Knorpelschutztherapie / Hyaluron)
  3. Akupunktur zur Schmerztherapie
  4. Pflanzliche Wirkstoffe – u.a. Teufelskralle, Weidenrinde, Brennessel. Die Teufelskralle kann bei leichten Schmerzen allein und bei stärkeren Schmerzen zur Unterstützung der bestehenden Therapie eingesetzt werden. Teufelskralle soll die Symptome der Hüftarthrose vermindern.
  5. S pritzenbehandlung: um/ in das betroffene Gelenk - mit Betäubungsmittel und Cortison oder ohne Cortison mit der körpereigenen, aber synthetisch hergestellten Hyaluronsäure.

Physikalische Therapie

  1. Physiotherapie (Krankengymnastik)
  2. Massagen (auch: Unterwassermassagen)
  3. Feuchte Wärme (Moorpackungen,...)
  4. Mobilisierung, Muskelkräftigung, Muskeldehnung und Koordinationsschulung.
  5. TENS
  6. Thermotherapie (Wärme- / Kältetherapie)
  7. Hydro- und Balneotherapie (Wasser-/ Lufttherapie)
  8. Elektrotherapie (Stromtherapie)
  9. Traktionsbehandlung am Bein (mit einem Gewicht von ca. 1 kg) - zur Entspannung der Hüftmuskulatur


Orthopädietechnische Maßnahmen:

  1. Stock bzw. Unterarmgehstütze auf der gesunden Seite. Der Patient muss im Umgang mit dieser Maßnahme eine besondere Gehtechnik lernen: Erst wird der Gehstock und das kranke Bein zusammen nach vorne gesetzt, dann erst folgt das gesunde.
  2. Pufferabsätze an den Schuhen
  3. Keilkissen,
  4. Sitzerhöhungen,
  5. Entlastungsorthesen

Operative Therapie

Operationen werden v.a. zur Wiederherstellung der Beweglichkeit durchgeführt. Eine drohende Invalidisierung wird dadurch meist verhindert. Sie dienen auch zur Schmerzbekämpfung. Bei Lockerungen der Implantate (bedingt durch Infekt, Verschleiß und Überbeanspruchung, Fraktur, Tumor usw.) erfolgen Wechseloperationen (s.u.).

Allgemeine Indikationskriterien:

  1. Ursache der Arthrose, Stadium der Erkrankung, bisheriger Verlauf
  2. Schmerzen,
  3. Alter des Patienten
  4. Leidensdruck
  5. Bestehen andere Gelenkerkrankungen
  6. Individuelle Faktoren (Alter, Allgemeinzustand und Begleitkrankheiten)
  7. Compliance und Motivation,
  8. Arbeitssituation,
  9. sozialer Status,
  10. Aktivitätsgrad des Patienten

Die Auswahl des Operationsverfahrens ist dabei in erheblichem Maße von den Indikationskriterien abhängig. Es stehen demzufolge verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung.

Häufige Operationsverfahren:

  1. Gelenkerhaltende Operationen – z.B. sog. Korrektur-/ Umstellungsosteotomien
  2. Teilprothesen - mit Erhalt der Pfanne, Teilerhalt Oberschenkelkopfes und/oder Halses
  3. Totalprothesen - Ersatz von Pfanne und Oberschenkelhals

Hüftendoprothetik und Prognosen

Nach Hüftprothesenoperationen sind zu einem hohen Prozentsatz positive Zustimmungswerte der Patienten hinsichtlich erheblicher Beschwerdeverringerung und Schmerzreduktion, Mobilitätszunahme und Gewinn an Lebensqualität zu erwarten. Inzwischen sind Hüftendoprothesen als solche recht lange „haltbar“, Es gibt dokumentierte Verläufe von bis zu 28 Jahren Tragedauer mit derselben Prothese. Im Durchschnitt sind 20 Jahre eine realistische Zeitspanne – bei normalem Gebrauch des Gelenkes und in Relation zum Lebensalter! Wechseloperationen sind erforderlich, wenn Lockerungen im Schaft und/oder Pfanne und (meist erhebliche) Schmerzen und Bewegungseinschränkungen vorliegen. Die Wechselrate, d.h. Austausch von Komponenten des (künstlichen) Hüftgelenkes, liegt bei ca. 0,5% pro Jahr. Nach 10-15 Jahren steigt die jährliche Wechselrate deutlich an. Je jünger und aktiver die Patienten sind, desto wahrscheinlicher wird irgendwann ein Wechsel! Es sollte daher der erste Gelenkersatz bei diesen Patienten so weit wie möglich hinausgezögert werden, um eine (unvermeidliche) Wechseloperation ebenfalls weit vor sich zu schieben. Ist die Lebensqualität bei diesen jungen/jüngeren Patienten – trotz Ausschöpfung aller konservativen Maßnahmen – verringert oder gefährdet, wird eine Hüftprothesenoperation nicht zu umgehen sein.

Unsere Praxis arbeitet mit verschiedenen Gelenk- und Endoprothesenzentren Berlins zusammen. Wir beraten Sie dabei stets unabhängig und neutral.



Dr. Fontana
Fortgeschritte Cox-Arthrose (Hüftgelenksabnützung) mit aufgehobenem Gelenkspalt (siehe Pfeile)