Wenn es nicht mehr „läuft wie geschmiert“ oder: Wie entsteht eigentlich genau der Gelenkverschleiß, die sog. Arthrose?
In einem gesunden Gelenk (z.B. Kniegelenk) ernährt die Gelenkflüssigkeit den Knorpel, der als feiner Überzug die drei beteiligten Gelenkpartner Kniescheibe (Patella) Oberschenkel- (Femur) und Unterschenkelknochen (Tibia) überzieht. Die körpereigene Gelenkflüssigkeit oder -schmiere hält den Knorpel geschmeidig und elastisch, dabei erfüllt er seine Funktion als Stoßdämpfer auf Belastungen.
Durch Verletzungen, Gelenküberbelastung, Fehlstellungen der Gelenke, Gelenkentzündungen (z.B. Gicht oder Rheuma), Gelenkerkrankungen im Kindesalter, Hormonelle Störungen, Genetische Veranlagung und auch normale, alterungsbedingte körperliche Umbauvorgänge wird weniger körpereigene Gelenkflüssigkeit produziert. Es kommt zum langsamen (oder schnelleren) Knorpelabbau und damit Gelenkverschleiß. Die Gelenkspaltbreite verringert sich. Die Knochen können schmerzhaft aufeinander reiben. In der Endphase resultieren Bewegungs- und Funktionseinschränkungen mit z.T. erheblichen Schmerzen. Gelenkoperationen sind häufige Folgen dieser Entwicklung.
Es ist seit einigen Jahren möglich, dem betroffenen Gelenk die Gelenkflüssigkeit auf fast natürliche Weise zu ersetzen: durch im Labor biotechnologisch hergestellte Hyaluronsäure (so der Name der Gelenkschmiere). Wichtig dabei ist: die Zusammensetzung entspricht der körpereigenen Flüssigkeit in sehr hohem Maße, d.h. natürlich ohne Tiereiweiße, ohne Kortison, ohne „scharfe“ Anti-Rheumasubstanzen.
Die von außen verabreichte Hyaluronsäure in nahezu allen Stadien der Arthrose sorgt für eine erheblich verbesserte Schmierung und einen wieder elastischeren Gelenkknorpel. Wissenschaftlichen Studien belegen dabei auch die Entzündungshemmung und Schmerzlinderung. Die beste Wirkung wird dabei bei Patienten erzielt, welche das betroffene Gelenk aktiv und regelmäßig bewegen.
Direkt in das Gelenk geben wir das Schmiermittel über eine Injektion nach vorheriger kleiner, lokaler Betäubung. In einwöchigen Abständen werden 3-5 Injektionen gegeben. Die Wirkung hält 6-12 (in Einzelfällen auch bis zu 24) Monate an. Die Behandlung ist schmerzarm oder schmerzfrei. Sie können anschließend (am selben Tag) normal Autofahren und das Knie belasten.
Die Behandlung ist somit eine wirkliche nebenwirkungsarme Alternative zu kortisonhaltigen Spritzen, Anti-Rheumasubstanzen und kann oft eine allfällige Operation vermeiden oder aber z.T. deutlich hinauszögern.
Die Knorpelschutz-Therapie mit natürlicher, tiereiweißfreier Hyaluronsäure gehört nicht zum Behandlungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherungen.