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Dr. med M.Joh. Fontana - Facharztpraxis für Orthopädie - Albrechstr. 12 - 10117 Berlin Mitte
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Krankheitsbilder

Unsere Venen - Krampfadern

Neigen Sie zu Krampfadern?
  • Haben Sie abends mitunter schwere Beine oder ein Jucken, Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Beinen?
  • Schwellungen im Knöchel- oder Fußbereich (bildet sich vielleicht ein starker Stauring (vom Strumpf- oder Sockentragen) um den Knöchel herum?
  • Bewegungsmangel, dauerndes Stehen und/oder Sitzen, Übergewicht, Nikotinabhängigkeit
  • Schwangerschaft
  • Diabetes
  • Alter
  • eine ererbte Schwäche des Bindegewebes

....treffen mehrere dieser Punkte bei Ihnen zu, ist das Risiko, ein Venenleiden zu entwickeln, erhöht.

Durch einfache Selbsthilfe-Maßnahmen können Sie drohenden Venenproblemen vorbeugen!

Gesunde Venen vollbringen Hochleistungen

Die Arterien zweigen sich dort zu sehr feinen Gefäßen (Kapillaren) auf, geben Sauerstoff und Nährstoffe ab und nehmen Ausscheidungs- und Abfallprodukte auf. Dieses sauerstoffarme Blut gelangt aus den Kapillaren in die Venen der Beine und muss von dort nach oben – entgegen der Schwerkraft – zum Herzen zurücktransportiert werden. Venen erbringen somit tagtäglich Hochleistungen!

Die Venen-Muskel-Pumpe

Bei jeder Bewegung, jedem Schritt, ziehen sich die Beinmuskeln zusammen und entspannen sich wieder. Dadurch werden im gleichen Rhythmus die Venen, die zwischen den Muskeln liegen, zusammengepresst, was das Blut nach oben in Richtung Herz drückt.

Die Venenklappen

Das Blut wird deswegen nur nach oben gepumpt, weil Ventilklappen in den Venen nur die Fließrichtung zum Herzen hin erlauben. Die Venenklappen verhindern, dass das zum Herzen gepumpte Blut wieder zurückfließt.

Kranke Venen

Mit zunehmendem Alter oder durch eine angeborene Venenschwäche können die Venenwände immer mehr erschlaffen, die Venen erweitern sich. Hierbei spielen immer auch die o.g. Risikofaktoren zusätzlich eine nicht unerhebliche Rolle!

Erweitern sich die Venen, schließen die Venenklappen nicht mehr richtig. Das Blut wird langsamer zum Herzen transportiert oder fließt sogar nach unten (fußwärts) zurück. Dadurch erhöht sich der Druck in den Venen. Die geschwächten Venenwände können dem nicht lange standhalten und weiten sich noch stärker aus.

Außerdem wird durch den Stau des Blutrückflusses das sauerstoffarme,

abfallstoffreiche Blut nicht mehr schnell genug abtransportiert. Haut und Gewebe werden nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, ja durch die Abbauprodukte noch zusätzlich geschädigt.

Der Blutstau und die Überdehnung der Venen setzen sich von den oberflächlichen Venen zu den tieferliegenden fort. Schließlich ist der Bluttransport im gesamten Venensystem der Beine gestört, es entsteht die so genannte chronische Veneninsuffizienz (CVI).

Wenn Schmerzen im Bein auftreten...
bei Spannungsschmerzen in der Wade (evtl. mit einem harten, tastbaren Strang) kann eine Venen-Thrombose vorliegen, die schnellstmöglich ärztlich-medizinisch behandelt werden muss.

Wenn ein ausgeprägtes Krampfaderleiden vorliegt...
Hier ist ärztlicher Rat einzuholen, ob zum gegebenen Zeitpunkt eine Operation notwendig ist oder andere, konservative Maßnahmen ausreichen.

Wenn infolge von venösen Durchblutungsstörungen Geschwüre an Unterschenkel oder Knöchel auftreten....
Die Haut platzt auf, es entstehen nässende Ekzeme etc. sind immer auf Venen spezialisierte Ärzte zu konsultieren

Krampfadern

Krampfadern (medizinisch Varizen) sind knotenförmige oder sackartige krankhafte Erweiterungen der Venen. Hauptsächlich sind davon die oberflächlichen Venen der Beine betroffen.
Der Name "Krampfader" hat übrigens nichts mit "Krampf" (wie Wadenkrampf) zu tun, sondern leitet sich vom alten Begriff "Krummader" ab. Krampfadern sind zunächst nur kosmetisch störend. Erst wenn sich die Venenwände krankhaft verändern, kommt es zu irreversiblen Venenschäden.

Welche Behandlung bei Krampfadern?

Bei Krampfaderbeschwerden helfen physikalische Maßnahmen wie Stützstrümpfe und Kompressionsverbände, die Sie regelmäßig tragen sollten. Obwohl manchmal, besonders in der heissen Jahreszeit, recht lästig, bringen sie für Ihre Venen besonderen Nutzen, vor allem dann, wenn Sie beruflich viel stehen müssen.

Pflanzliche Arzneimittel mit Rosskastanien-Extrakt sind bei Krampfadern zu empfehlen. Die Wirkstoffe im Rosskastanien-Samen wirken entzündungshemmend und gegen Ödeme (Wassereinlagerungen in den Beinen).

Krampfadern entfernen

Durch Verödungstherapie oder Operation kann man Krampfadern entfernen. Dazu wird unter lokaler Betäubung oder in Vollnarkose die Vene in der Leistenregion und am Bein eröffnet. Dann wird eine Metallsonde in die Vene eingeführt und diese dann entfernt. Das kann im Krankenhaus, teilweise auch ambulant durchgeführt werden. Eine Nachbehandlung (Stützstrümpfe) ist praktisch immer ratsam – auch zur Vorbeugung von Rezidiven. (Nach Entfernen der Krampfadern sucht sich das Blut über die tiefen Venen einen neuen Abflussweg.) Dennoch kann es zu erneuten, hervorstechenden Krampfadern kommen.

Krampfadern veröden

Die Verödung wird ambulant und ohne Anästhesie durchgeführt.

Was können Sie v.a. vorbeugend tun?

  • Kalte Beingüsse oder Wechselduschen sind empfehlenswert.
  • Schlafen Sie nachts möglichst mit einem ca. 10 cm erhöhten Bettfußende.
  • Sportarten wie Laufen, Wandern, Schwimmen, Golfen und Skilanglauf sind hervorragend geeignet.

"Der beste Weg zur Gesundheit ist der Fußweg"
(Prof. Dr. Sigg)

Vermeiden Sie alle Maßnahmen, die zu Erweiterung der Gefäße führen, wie

  • Sauna, Sonnenbank,
  • lange Sonnen- oder Thermalbäder.
  • Von Massagen der Beine (auch Bürstenmassagen) ist abzuraten.

Ballsportarten sind durch das häufige Springen und Abstoppen in der Bewegung weniger gut geeignet. Ebenso alle Sportarten, die mit Anspannung der Bauchmuskeln (z.B. Kampfsportarten, Hantel-, Gewichtstraining und Bodybuilding) oder längerer Anwinkelung der Knie- und Hüftgelenke (z.B. anstrengende mehrstündige Radtouren in bergigem Gelände, Kanufahrten) verbunden sind.

Sorgen Sie für regelmäßigen Stuhlgang, da das Pressen bei Verstopfung ebenfalls zur Verschlimmerung Ihrer Krampfadern führt. Zur Vermeidung von Stauungen sollten enge Kleidung, Strümpfe mit Gummizug, das Übereinanderschlagen der Beine und hohe Absätze vermieden werden. Auf Langstreckenreisen (ab 2-3 Stunden in Bus, Bahn, Auto, Flugzeug) ist zur Vermeidung der bekannten und gefürchteten Reisethrombosen das elastische Wickeln der Unterschenkel oder das Tragen eines Gummistrumpfes anzuraten und jede Möglichkeit für Fußgymnastik und Bewegung zu nutzen.

Es sollte - v.a. bei vorhandenen Risikofaktoren – auch die Reisethromboseprophylaxe (mit kleinen Injektionsnadeln) vor jedem Flug erwogen werden. Hierzu sollten Sie uns oder Ihren Arzt befragen.

Lieber Laufen und Liegen!

„3 S“: Schlecht ist Sitzen und Stehen!

„LGLG“: Laufen ist gut, Liegen ist gut!

Informationen über die Krampfaderverödung

Bei der Verödung größerer Krampfadern werden im Stehen Kanülen in die Krampfadern eingeführt.
Anschließend wird der Patient auf einer Spezial-Kippliege in leichte Beinhochlagerung gebracht. So werden die Venen zum Herzen hin entlastet.
Danach wird ein Verödungsmittel (kaliberabhänig dosiert) eingespritzt, welches die Venen verklebt. Anschließend muß der Patient 1 - 2 Stunden laufen, um das Verödungsmittel zu verteilen. Zusätzlich wird durch einen Kompressionsverband Druck auf die Venen ausgeübt. Da der Verödungsprozeß bei großen Krampfadern ca. 3 Wochen beansprucht, muß diese Zeit nach der letzten Behandlung noch gewickelt werden.

Haben die Krampfadern einen sehr großen Durchmesser, kommt die Schaumverödung, oder eine Operation in Frage.

Informationen über die Krampfaderverödung (Besenreiser)...

Handelt es sich um die Verödung sogenannter Besenreiser oder deren zuführende Venen, genügt 1/2 - 3/4 Stunde Laufen und 3 - 5 Tage Wickeln.
Um Stauungen zu vermeiden, muß von den Zehen an gewickelt werden. Daher sollten bequeme, weite Schuhe getragen werden, (damit die Füße auch mit Wickelbinden hineinpassen).
Gewissenhaftes Wickeln ist das Wichtigste für den Erfolg jeder Verödung.

Mögliche Komplikationen

Durch festes Wickeln und viel Bewegung sind Komplikationen weitgehend vermeidbar. Während der Behandlung bilden sich oft Blutergüsse (Hämatome), die ohne jede Bedeutung sind und sich immer zurückbilden.

Manchmal treten Venenentzündungen auf, die mit Eisbeuteln oder kalten Umschlägen behandelt werden können. Man kann auch Eisbeutel, Coolpacks oder Kühlelemente aus der Campingbox auf dem Verband befestigen und sich damit frei bewegen.

Sehr selten bilden sich besenreiserartige Äderchen über den größeren verödeten Venen, die später ebenfalls verödet werden können. Möglich, aber selten, sind auch bräunliche Verfärbungen der Haut, die meist wieder verblassen.

Bei der Verödung von Besenreiservarizen kann es, wenn auch selten, zu kleinen, manchmal schmerzhaften Geschwüren kommen. Diese heilen meist sehr langsam ab und können im Extremfall Narben hinterlassen. Sie werden trocken mit Puder behandelt.

Aus den oberflächlichen Krampfadern, die verödet werden, entstehen grundsätzlich keine Embolien!

allgemeine Hintergründe zum Venenleiden:

Da die ererbte Bindegewebsschwäche nicht geheilt werden kann, ist die Bildung neuer Krampfadern leider immer wieder möglich, gleichgültig ob sie verödet oder operiert worden sind.

Aus diesem Grunde sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, z.B. einmal jährlich, angeraten. Beginnende Neubildungen können dann erkannt und ggf. behandelt werden.

Die Verödungsbehandlung kann, ohne Schaden zu verursachen, wiederholt werden. Sie müssen nicht befürchten, zu wenig Adern für den Blutrücktransport zu haben. Die für den Rücktransport des Blutes zum Herzen wichtigen tiefen Venen werden durch die Verödung entlastet.

Die Dauer des Behandlungserfolges ist v.a. auch abhängig von der Bereitschaft der Patienten, ihre Lebensumstände zu verändern.

  • Gewichtsreduktion
  • mehr (venengerechter) Sport
  • Veränderung in den Sitz- und Stehgewohnheiten

bzw. Tragen von Kompressionsstrümpfen, wenn über einen längeren Zeitraum gestanden oder gesessen werden muß.

Noch ein paar Worte zum Thema Kompressionsstrümpfe

Die Zeiten, wo das Tragen von Kompressionsstrümpfen ein Qual in weiss war, sind glücklicherweise vorbei. Heute gibt es moderne, atmungsaktive Materialien, es ist eine Vielzahl an Farben möglich und Kompressionsstrümpfe gibt es für Unterschenkel (Kniestrümpfe), Oberschenkel und als Strumpfhosen. In der Regel handelt es sich um Maßstrümpfe, die individuell vom Bandagisten oder geschultem Praxispersonal abgemessen werden. Nähere Auskünfte erteilen wir gern oder fragen Sie ihr Sanitätshaus.