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Dr. med M.Joh. Fontana - Facharztpraxis für Orthopädie - Albrechstr. 12 - 10117 Berlin Mitte
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Krankheitsbilder | Rücken / Wirbelsäule

Rücken / Wirbelsäule

„Volkskrankheit Rückenschmerzen“ - in Deutschland klagen 30 Millionen Menschen über eine verspannte Muskulatur im Nacken- und Schulterbereich, über eingeklemmte Nerven oder ausgerenkte Wirbel. Betroffen sind nicht nur ältere Menschen, viele spüren erste Zeichen im Kreuz bereits vor dem 40. Lebensjahr. Immer öfter kommen auch Kinder und Jugendliche mit (zumeist) unspezifischen Rückenschmerzen in die orthopädische Praxis. Verschleißerscheinungen sind nahezu an jeder Wirbelsäule jenseits des 30. Lebensjahres nachweisbar. Gegen das Kreuz mit dem Kreuz gibt es kein Wundermittel und verschleißbedingte, degenerative Veränderungen der Wirbelsäule können letztlich nicht verhindert werden. Sie können aber hinaus geschoben werden, und das hält die Wirbelsäule weitestgehend schmerzfrei. Aber statt vorzubeugen, lassen wir uns lieber eine Spritze oder eine Massage geben.

Dabei könnten wir uns selbst wirksam vor Rückenschmerzen und Spätschäden schützen. Bewegung ist die beste Therapie, die sicherste Prävention. Also: im Büro und wo immer möglich: dynamisches Sitzen! immer wieder mal stehen und viel gehen, um so die Muskeln zu aktivieren und zu kräftigen und damit die Bandscheiben entlasten.

Rückenschmerzen - nicht immer sind die Bandscheiben oder der Ischias schuld!

Immer öfter sind sie die Folge einer ständigen seelischen und körperlichen Überforderung. Der Rückenschmerz ist vielleicht auch ein vom Körper gesandter Appell, lockerer und liebevoller mit sich und seinem Rücken umzugehen. Denn eine körperlich und seelisch angespannte Haltung macht auf Dauer (fast) jeder Rückenmuskulatur zu schaffen. Zuerst sind es auch immer nur kleine Warnzeichen, welche der Körper sendet. Ein Zwicken hier, ein Zwacken da. Dann vielleicht der erste „Hexenschuss“, evt. Kribbelgefühle oder ein Ziehen in einem Arm oder im Bein. Ehe es dann vielleicht irgendwann zu dem befürchteten Bandscheibenvorfall kommt und wenn zuvor alle Signale geflissentlich ignoriert wurden und immer nach jedem Rückenereignis „im selben Trott“ weitergemacht wird wie bislang: d.h. wenig Bewegung, keinerlei Anstrengungen - wo zuviel! - das Gewicht zu reduzieren und weiterhin nur einseitigste Körperhaltungen im Beruf und Alltag zuhause. Statt Abwechslung für den Rücken (nach 8 std. ständiges Sitzen im Büro) - das Sofa oder die Couch zuhause.

Alternativen? Ja, viele!

  • Ein kleines, tägliches Gymnastikprogramm von 5-10 min Dauer. Bedenken Sie: 5 Minuten Gymnastik täglich - morgens und abends - bedeutet in einem Jahr über 60 Stunden aktives Training für den Rücken!
  • oder 1x wöchentliches intensives Schwimmen (Rücken-, Kraul- Brustschwimmen, mit Kopfhaltung unter/parallel zur Wasseroberfläche) nach der Arbeit.
  • oder 2x wöchentlich Nordic Walking, eine neue Trendsportart, welche - im Gegensatz zum normalen Jogging - auch eine Kräftigung der Rückenmuskulatur bewirkt.

Regelmäßige rückengerechte Bewegungsübungen sollten überhaupt ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Denn das größte Risiko für die Wirbelsäule ist der Bewegungsmangel und eine schlaffe Muskulatur.

Die Rücken- und Nackenmuskulatur gehört zu den am wenigsten trainierten Muskelgruppen unseres Körpers. Für die Stabilität der Wirbelsäule sind nicht nur Bandscheiben, Wirbelgelenke und Bänder zuständig, sondern vor allem auch die Muskeln - die Rückenstreckermuskeln, die Bauchmuskeln und die rumpfnahen großen Muskeln der Arme und Beine. Im muskulär gefestigten Bewegungssegment sind Verlagerungen im Bandscheibengewebe und Verschiebungen der Wirbel gegeneinander weniger leicht möglich als bei einer schlaffen Haltung.

Die Bauchmuskulatur unterstützt die Rückenmuskulatur bei den Halteaufgaben des Beckens. Eine Anspannung der Bauchmuskeln verstärkt den Bauchinnendruck und führt zur Aufrichtung der Wirbelsäule und des Beckens.


Rückenschmerzen - was hilft, was beugt vor?

Spezielles Übungsprogramme zur Stärkung der Rücken- und Bauchmuskulatur, zur Vorbeugung und Behandlung von Haltungsschäden werden inzwischen von vielen Krankenkassen, von Sportvereinen und zertifizierten fitness-Studios und sogar von größeren Firmen und Arbeitgebern angeboten. Gymnastik, welche die normale Funktion der Wirbelsäule erhält, somit Schmerzen und Beschwerden vorbeugt und zuhause weiterdurchgeführt werden sollten. 5-10 Minuten täglich - morgens und abends. (Das sind in einem Jahr über 60 Stunden gezielte Dehnung und Lockerung!) Und das auf Dauer und in jedem Alter.