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Dr. med M.Joh. Fontana - Facharztpraxis für Orthopädie - Albrechstr. 12 - 10117 Berlin Mitte
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Spezialgebiete
Rehabilitationssport (Reha-Sport) und Funktionstraining

Sportmedizin

Allgmeines

Bewegungsmangel ist die Hauptursache für die meisten Zivilisationskrankheiten der heutigen Zeit. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs usw.

Trotzdem können eine zu intensive Bewegung oder eine „falsche“ Bewegungsart eher schaden als nützen. Dann, wenn die sportlichen Anforderungen nicht mit den körperlichen Voraussetzungen übereinstimmen.

Jedes neue Sportgerät, jede neue Trainingsmethode kann Ihre Muskeln, Sehnen, Bänder Knochen und Gelenke überlasten.

Sprechen Sie deshalb mit einem Orthopäden Ihres Vertrauens darüber, welche Sportart für Sie geeignet ist. Dabei können auf allfällige Risiken für Ihre Gesundheit aufmerksam gemacht werden und ggf. vor Fehleinschätzungen (seitens des Patienten), vor Überlastungen und möglicherweise daraus resultierenden Spätfolgen bewahrt werden.

Wenn Sie gut vorbereitet sind, ist „Sport“ alles andere als „Mord“

Ein Sturz, eine plötzliche Drehung, ein fehlgesetzter Fußschritt und schon kann es passiert sein. Gemeinsam ist den meisten Sportverletzungen vor allem eines: sie sind meist sehr schmerzhaft.

Am häufigsten sind wohl:

Auch kontinuierliche Überlastung bleibt nicht folgenlos:

Der sog. „Tennisarm“ oder das „Läuferknie“ resultieren aus ständiger (Über-) Reizung von Sehnen, Kapsel-Band-Apparat, Muskelfaszien oder sehniger Bindegewebshäute.

Wenn sie nach einem Sportunfall Schmerzen haben, eine Schwellung am betroffenen Körperteil auftritt, sollten Se einen Facharzt für Orthopädie oder Unfallchirurgen aufsuchen.

Dort werden Sie zum Unfallhergang genau befragt, die schmerzhafte Region wird vorsichtig abgetastet. Es wird mit bestimmten Griffen geprüft, ob das Gelenk „noch an seinem Platz sitzt“. Gegebenenfalls wird zur Diagnosebestätigung oder –ausschluß ein Röntgenbild veranlaßt.

Erste therapeutische Maßnahmen werden zur Schmerzlinderung veranlaßt. Ggf. werden kühlende Verbände angelegt oder mit Schienen eine Ruhigstellung eingeleitet.

In jedem Fall sollte Art und Ausmaß der Verletzungen abgeklärt werden. Kleinste Verletzungen heilen im Anfangsstadium oft einfach durch Schonung aus. Umgekehrt können sie sich, bleiben sie unbehandelt oder werden ignoriert, zu chronischen Erkrankungen ausweiten.

Zur Beurteilung der Sportfähigkeit (auch für bestimmte Sportarten) oder ggf. zu Sportbefreiungen (Schule, Fitnessstudio usw.) erstellen wir Ihnen ärztliche Bescheinigungen oder Atteste (gemäß GOÄ).

Laufen/ Jogging

Das schlechte zuerst: Jogging zählt nicht zu den kniefreundlichen Sportarten! Nordic-Walking – ein neuer Trendsport aus Nordeuropa und den USA und eine Mischung aus Gehen und Laufen mit Einsatz der Arme - wäre in jedem Fall  wirbelsäulen- und gelenkschonender. Der Fuss hat dabei zudem einen ständigen Bodenkontakt und es wird über einen größeren Fußsohlenabschnitt belastet und abgerollt. Dies hilft auch häufig Knieproblemen vorzubeugen.

Gleichwohl ist Jogging sehr beliebt (wie auch der Berlin-Marathon, mit in jedem Jahr steigenden Teilnehmerzahlen, zeigt). Daher einige sportmedizinsche Empfehlungen.

Achten Sie auf ein gutes Schuhwerk. Kaufen Sie rechtzeitig neue Laufschuhe, wenn die alten aufgebraucht sind. Gute Laufschuhe reduzieren die Gelenkbelastung durch einen optimalen Federungskomfort im Fersenbereich, wodurch oberes und unteres Sprunggelenk ausreichend stabilisiert sein sollten. Es wird der „Innenkantenläufer“ (Pronationsform) vom „Aussenkantenläufer“ (Supinationsform) unterschieden. Durch einen geteilten Sohlenaufbau (innere Sohle mit härterer  Materialkonsistenz, äussere Sohle mit weicherem Maerial - beim Innenkantenläufer. Entsprechend umgekehrt ist es beim Aussenkantenläufer!) kann bereits beim Schuhkauf diese einseitige Überlastung verhindert werden. Auch vom Arzt verordnete Sporteinlagen können hier einen Ausgleich bewirken.

Bei längeren Laufstrecken ist es ratsam den gesamten Fuss kontinuierlich über die Ferse bis zum Vorfuß abzurollen. Eine möglichst ideale Fersenpufferung schützt vor Gelenküberlastung. Wenn es eine „ideale Belastungslinie“ gibt, verläuft sie wohl ungefähr von der hinteren Aussenkante der Ferse schräg über die Mittelfussregion  und endet zwischen der Großzehe und 2. Zehe.

Bei höheren Laufgeschwindigkeiten, speziell beim Sprint, wird eigentlich die reine Vorfußbelastung praktiziert. Dabei kann es, besonders bei wenig Trainierten, leicht zu Überlastungen der Wadenmuskulatur und der Achillessehnen und der Fersenregion kommen. Streching und Dehnungsprogramme können hier sehr hilfreich sein.

Tipps: Laufen Sie auch öfter Barfuss auf harter Unterlage. Zu Anfang schmerzhaft, aber bei den meisten später als sehr angenehm empfunden, dazu durchblutungs- und leistungsfördernd.

Laufen Sie -  zur Immunsystemstärkung - bei jedem Wetter.

Läufer mit Knieproblemen sollten gerade Strecken bevorzugen. Ggf. langsamer und kürzerer Strecken zu Beginn, ohne Überforderung. Allmähliche Steigerung über Wochen und Monate, wenn ohne wesentliche, anhaltende Beschwerden. Ggf. Anschaffung eines Puls- und Herzfrequenzmessgerätes sinnvoll. Besonders wenn durch das Laufen auch „Kilos purzeln“ sollen, ist eine maximale Pulsfrequenz pro min. und eine Mindestbelastungsdauer nicht zu über- bzw. unterschreiten.

Tagesspiegel vom 14.10.2007 - "Billiger und besser laufen"

Schwimmen

Schwimmen ist ideal für alle Patienten mit Rückenbeschwerden. Als alleiniges Ausdauertraining ist es – ggf. aufgrund örtlicher Gegebenheiten – nur begrenzt durchführbar. In Kombination mit Laufen und Radfahren kann es sinnvoll ergänzt werden. 1000-2000 m Schwimmstrecke (das sind immerhin 20 bzw. 40 Bahnen in einem 50 m Becken!) empfehlen wir als grobe Richtwerte, die individuell (Alter, Erkrankungen, Schwimmtechnik) angepasst werden sollten und die es langsam steigernd zu erreichen gälte!

Wählen Sie eine atemkontrollierte Intensität und vermeiden Sie die „Japsatmung“.  Halten Sie sich an der unteren Belastungsgrenze, gerade zu Beginn eines Schwimmtrainings, eine Herzüberlastung bei Älteren - sollte vermieden werden. (Bei Herz-Kreislaufvorerkrankungen: vorherige Arztkonsultation obligat!)

Ideal wäre ein Wechsel von Brust- Kraul und Rückenschwimmtechnik. Bei langem Brustschwimmen besteht die Gefahr (ähnlich beim Rennfahrrad mit tiefgelegtem Lenker) der ständigen Überstreckung des Kopfes und der Halswirbelsäule. In der Armzugphase sollte daher der Kopf möglichst unter Wasser gehalten werden. Zur Technikverbesserung und zum Erlernen des Schwimmens werden – auch noch für Erwachsene - Schwimmkurse angeboten. (Berliner Sportbund und Berliner-Bäder-Betriebe). Schwimmen ist eine klassische „Überkopfsportart“. Bei sehr intensivem oder einseitigem Schwimmtraining besteht die Gefahr der Überbelastung und vorzeitigeren Schädigung der Schulterrotatorenmuskelgruppen. Dosieren Sie daher sorgfältig Ihren Armeinsatz. Bei anhaltenden Schulterbeschwerden, welche nicht durch gezielte Dehnung rückbildungsfähig sind, müsste ggf. auf andere Sportarten ausgewichen werden.

Radfahren/ Hometrainer

Idealer Ausgleichssport und ausdauersteigernd. knie- und hüftgelenksfreundlicher Sport. Bei korrekter Sattel- und Lenkereinstellung auch zumeist nicht Hals- oder Lendenwirbelsäule zu stark beanspruchend. „Bandscheibenpatienten“ und anderen, schwer wirbelsäulenerkrankten Menschen muss ggf. vom Radfahren abgeraten werden. Der Hometrainer besitzt gegenüber dem Fahrrad den Vorteil der Unabhängigkeit von jeglichem Wetter (Regen; Schnee; Pollen im Frühjahr/Sommer; Ozon im Sommer bei schleimhautempfindlichen Patienten). Nur eine zu kleine Wohnung kann räumliche Grenzen setzen. Wenn möglich sollte, bei offenem Fenster gefahren werden. Bei Gewichtsabnahmebestrebungen (vorherige Arztkonsultation!) sollte das Radfahren über eine geringe Belastungskraft, aber über einen längeren Zeitraum betrieben werden. Vereinfacht formuliert: mind. 40 min - unter Pulskontrolle mit Pulsfrequenz mittelwert ca. 60-80/ min.

Tipp: Die Sattelhöhe stimmt, wenn das gestreckte Bein mit der Ferse das tiefstehende Pedal erreicht und durch die korrekt eingestellte Lenkerhöhe eine Überstreckung von Kopf und Halswirbelsäule vermieden werden.

Schützen sie die Nackenmuskulatur unbedingt vor (Nass-)Kälte!

Bei Bedarf beginnen sie mit der geringsten Wattstufe, ggf. auch im Leerlauf. Eine Trainingswirkung wird spürbar, wenn der Pedalwiderstand bei gleichbleibender Pulsfrequenz (Mittel ca. 60-80/ min) langsam im Laufe der Zeit (meist Wochen, nicht Tage!) erhöht werden kann.

 

Tennis/ Squash/ Badminton

Tennis ist nicht als knie- und gelenkfreundlicher Sport zu bezeichnen. Auch für die Wirbelsäule ist mit Belastungen besonderer Art zu rechnen. Die häufigen Ballwechsel mit extremen Positionen zwingen zu häufigen Stopps nach erfolgtem Kurzsprint. Am Ende einer Belastungsphase kann besonders in der Halle die erzeugte Energie nicht durch Ausweichen des Fußes auf dem Boden über die Bewegung aufgebraucht werden und schlägt so belastend auf die unteren Extremitätengelenke zurück. Der Aufschlag zwingt Schultergelenk und der Wirbelsäule extreme Belastungen auf, so dass mit Überbeanspruchung a) der Rotatorenmanschette der Schulter und b) mit besonderen Belastungen der Bandscheiben-Wirbelkörperetagen (und der kleinen Facettengelenke) zu rechnen ist. 

Im etwas fortgeschrittenen Alter sollte vielleicht ggf. eine Änderung im Spielverhalten beim Tennis angeraten werden!

Tipp: Vermindern Sie evt. Ihren persönlichen Ehrgeiz und wählen Sie Ihren Spielpartner so aus, dass Freude und Entspannung in der Bewegung durch eher häufigere Ballwechsel und nicht durch das Anhäufen von Spielpunkten mit Ballpassagen in extremen Feldpositionen gesucht wird.

 

Golfspiel und Golfverletzungen

Kaum jemand denkt beim Golf an Verletzungen. Wie bei jeder anderen Sportart gibt es jedoch auch typische Golfverletzungen: den Golfer-Ellenbogen beispielsweise, oder das Impingement-Syndrom.

(siehe: Kleines ABC der Golfverletzungen)

Golf – das sind lange Spaziergänge an der frischen Luft, bei denen man ab und an einen Ball übers Grün schießt und nett plaudert. Passieren kann dabei eigentlich nichts, denkt der Nicht-Golfer. Stimmt nicht – zeigen die Statistiken. Zwar ist das Verletzungsrisiko relativ gering, nichtsdestotrotz verletzen sich Golfer wie alle anderen Sportler auch. Etwa, weil sie die Golfschwung-Technik nicht richtig beherrschen; oder aber, weil ihr allgemeiner Fitness-Zustand zu wünschen übrig lässt.

Die Verletzungsstatistik bei den überlastungsbedingten Verletzungen der Haltungs- und Bewegungsorgane wird von den professionellen Golfern angeführt. Amateurgolfer verletzen sich eher aufgrund technischer Defizite – am häufigsten, wenn sie jenseits der 50 sind und über ein gutes, einstelliges Handicap verfügen. Diese „Super Senior Golfer“ sind mehrmals pro Woche auf dem Platz. Aufgrund ihres hohen Trainingsaufwandes ermüden ihre Muskeln – und daraus resultieren ihre Verletzungen. Glaubt man der Statistik, so muss der Freizeitgolfer im Jahr durchschnittlich 5,2 Wochen verletzungsbedingt pausieren. Einen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Golfern gibt es dabei nicht.

Den Golfschwung in Parameter zerlegen

Um die Ursachen für Verletzungen und Überlastungsschäden beim Golf genauer zu erforschen, versuchen Sportmediziner und Sportwissenschaftler seit vielen Jahren, die komplexe Biomechanik des Golfschwungs genauer zu analysieren. Ein wichtiger Schritt war die Entwicklung der Videobewegungsanalyse. Damit können Parameter wie beispielsweise die Bodenreaktionskraft und die Aktivierung einzelner Muskelgruppen bestimmt werden. Die Wissenschaftler konnten so einerseits den optimalen Golfschwung errechnen; andererseits gewannen sie wichtige Erkenntnisse bezüglich des Verletzungsrisikos einzelner Körperpartien während der verschiedenen Schwungphasen.

In wissenschaftlichen Studien wurde nachgewiesen, dass der Golfschwung eine komplexe Koordinierung verschiedener Muskeln erfordert. Die einzelnen Muskelgruppen werden dabei nicht bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit angespannt. Der Muskel des rechten Führungsarmes (Serratus anterior), der breit gefächert am Brustkorb ansetzt, ermüdet schnell, da er in allen Phasen des Schwunges konstant aktiviert ist. Da er die Schwungbewegung ausführt, unterliegt dieser Muskel einem hohen Verletzungsrisiko.

Eine weitere Schlüsselrolle nehmen die Muskeln ein, die das Schulterblatt stabilisieren (diese heißen Musculus Levator Scapulae und Rhomboiden). Sie ermöglichen die Rotation beider Schulterblätter während des Rück-und Durchschwungs. Beim untrainierten Golfer oder beim anspruchsvollen Golfer mit hohem Trainingsaufwand kann es nach Ermüdung dieser Muskelgruppen zu so genannten pathologischen – also falschen - Bewegungsabläufen und somit Verletzungen kommen.

Falsches Ansprechen kann schmerzhaft sein

Bereits eine falsche Körperhaltung beim Ansprechen des Balles vor einem Schwung (Set-up) kann Verletzungen provozieren. Viele Golfer neigen sich zu stark nach vorn, statt die Hüftgelenke zu beugen. Dabei kommt es zu einer abnormen Muskelspannung der Wirbelsäulen stabilisierenden Muskulatur im Lendenwirbelbereich. Längerfristig kann daraus eine Lockerung der Wirbelkörper resultieren.

Ein zu breiter Stand in der Ansprechposition vermindert die Rotationsfähigkeit des Körperstammes. Der Golfer versucht dies zu kompensieren, indem er sich im Bereich der Wirbelsäule stärker „verdreht“. Es muss kaum betont werden, dass die Wirbelsäule darunter leidet. Viele Golfer mit chronischen Wirbelsäulenproblemen versuchen, ihre Schwungtechnik zu modifizieren, ändern jedoch nichts an der eigentlichen Ursache - der falschen Ansprechhaltung.

Mehr als die Hälfte der Verletzungen und Überlastungsschäden passieren während der Beschleunigungsphase des Durchschwunges bis zu dem Moment, in dem der Ball getroffen wird.

Viel Kraft ist nötig

Ein hoher Kraftaufwand der Rumpf- und Wirbelsäulenmuskulatur sowie der so genannten Innenrotatoren der rechten Schulter ist die Voraussetzung dafür, dass der Schlägerkopf mit einer hohen Geschwindigkeit auf den Ball treffen kann. Ältere und untrainierte Golfer, deren Körperstamm nicht oder nicht mehr sehr beweglich ist, versuchen diese mangelnde Rotationskapazität auszugleichen, indem sie mit noch höherem Kraftaufwand schlagen. Die Gefahr von Verletzungen und Überlastungsschäden wird dadurch erheblich erhöht.

Der linke Ellenbogen und Unterarm sind in dieser Schwungphase starker Zugbelastung ausgesetzt. Ähnliche Belastungen entstehen an Muskeln und Sehnenansätzen des rechten Ellenbogens - vor allem, wenn der Schläger wiederholt hart auf dem Boden aufschlägt. Dies sind die typischen Auslöser des sogenannten Golfer-Ellenbogens. Die Verletzungsgefahr nimmt zu, wenn der Spieler seinen Ellenbogen überstreckt, seine Handgelenke steif und sein Schlägergriff zu fest sind. Dann können die Bänder und Sehnen des Ellenbogens einreißen oder sogar der Handwurzelknochen brechen.

Die Handgelenke sind extremen Belastungen ausgesetzt, da aus ihnen der letzte Beschleunigung vor dem Treffmoment kommt. Die häufigste Verletzung des Golf Professionals sind daher Überlastungsschäden oder Brüche in diesem Bereich. Diese überlastungsbedingten Schäden der Handgelenke sind zeitweise schwer zu diagnostizieren, da selbst in einer Kernspin-Untersuchung Veränderungen an Knochen oder Bändern nicht festzustellen sind.

Die Schultergelenke sind vor allem in der Anfangs- und Endphase des Golfschwungs gefährdet. Die Rotatorenmanschette – das ist eine gemeinsame Sehnenplatte mehrerer Muskeln, die den Oberarmkopf in der Schulterpfanne hält - wird beim Ausholen des Armes stark eingeengt. Diese wiederholte Einengung kann dazu führen, dass sich die Sehnen oder Schleimbeutel unterhalb des Schulterdaches entzünden - man spricht dann von einem Impingement-Syndrom. Beim älteren Golfer können dieses Sehnen aufgrund einer falschen Schwungtechnik und Verschleißerscheinungen sogar reißen (Rotatorenmanschetten-Ruptur).

Doch auch der jüngere Golfer ist vor überlastungsbedingte Schäden der Schultern nicht gefeit. Durch die wiederholte extreme Außendrehung beim Rückschwung kann die Gelenkkapsel regelgerecht ausleiern. Das führt zu einer ungleichmäßigen Gelenkführung, welche wiederum verantwortlich dafür sein kann, dass sich die Sehnen und der Schleimbeutel der Schulter entzünden. Es kann sogar passieren, dass die Bizepssehne reißt. Da die Schulter ein sehr komplexes Gelenk ist, wird der Orthopäde die schmerzhafte Sportlerschulter einer äußerst gründlichen klinischen Untersuchung unterziehen. Er kann auch Ultraschall-Untersuchung und Kernspintomographie zur weiteren Diagnostik heranziehen.

Im Vergleich mit anderen Sportarten ist das Verletzungsrisiko beim Golf relativ gering. Ein gewisses Maß an körperlicher Fitness sollte ein Golfer schon mitbringen. Neben einem adäquaten Aufwärm- und Stretchingprogramm vor jedem Training oder Spiel ist das die beste Verletzungsprophylaxe.

Zu alt für Sport? - Fitness für Senioren

Trainieren kann jeder.
Dazu braucht es keinen jugendlichen, gestählten Körper, sondern lediglich den Wunsch, Sport zu machen. Und den Mut, ein Fitness-Studio zu betreten - was älteren Menschen vielleicht nicht ganz leicht fällt.

Kann man zu alt sein, um Sport zu treiben?

Grundsätzlich: Nein! Streichen Sie den Satz aus Ihrem Bewusstsein: „Dafür bin ich zu alt.“ Natürlich ist die Wahl der Inhalte und Methoden innerhalb eines Trainingsprogramms immer abhängig vom jeweiligen individuellen Leistungsstandard. Jemand, der sein ganzes Leben lang Sport getrieben hat, verfügt über ganz andere Voraussetzungen als etwa eine Frau Anfang-Mitte 50, seit 30 Jahren Hausfrau und an Osteoporose erkrankt. Deshalb ist es wichtig, vor der konkreten Trainingsplanung den jeweiligen Leistungsstand ggf. anhand einer Fitnessanalyse zu ermitteln.

Kann ein Mensch im Alter überhaupt noch Muskulatur aufbauen?

Aber ja, sicher! Die Skelettmuskulatur kann jeder Mensch trainieren, unabhängig vom Alter! Durch ein abgestuftes Trainingsprogramm (z.B. am Montag Ausdauertraining im sog. "Fettverbrennungsbereich" - am Mittwoch oder Donnerstag Oberkörpermuskulatur und Unterkörpermuskulatur) wird sowohl Fett abgebaut, als auch Muskelmasse hinzugewonnen. In wohl dosierten Trainignseinheiten, die jeder berwältigen kann, wenn er/sie denn nur will!

Fitnesstraining besteht nicht nur aus Krafttraining, sondern ist eine Kombination aus Ausdauertraining und einem speziellen Krafttraining, die auch bei Osteoporose-Patienten sinnvoll sein kann.

Bei Osteoporose-Patienten wird durch das Ausdauertraining auf dem Laufband oder dem Fahrrad zum einen der gesamte Stoffwechsel angeregt und ihr Herz-Kreislauf-System gestärkt. Daneben wird mit Hilfe eines individuell geplanten und auf Ihre gesundheitlichen Probleme abgestimmten, ganzheitlichen Gerätetrainings die Skelettmuskulatur gestärkt und der gesamte Halteapparat positiv beeinflusst.

Das Training hat zudem einen äußerst wichtigen Nebeneffekt: Menschen, die an Osteoporose leiden, leben oft in Angst vor einem Sturz oder einem unmotivierten Knochenbruch. Durch ein ganzheitlich geplantes Fitnesstraining verbessert sich neben der eigenen Körperwahrnehmung auch die Beweglichkeit und Koordination, was sich wiederum positiv bei Alltagshandlungen bemerkbar macht und somit sekundär das Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein steigert und damit auch die Lebensqualität erhöht.

Worauf sollten ältere Menschen achten, wenn sie sich ein Fitnessstudio aussuchen?

Zunächst sollten sie sich möglichst viele Studios ansehen und die Fitnesstrainer auf ihre Probleme ansprechen. Wenn sie dabei sehen: ‚Die kommen überhaupt nicht auf mich zu und können mir keine Angebote machen’, sollten sie dort nicht trainieren.

Ein kostenloses Schnupper- und Probetraining sollte übrigens in jedem Gesundheitsstudio selbstverständlich sein. Achten Sie auch auf die Dauer der Verträge! Auf vertraglich eingeräumte Möglichkeiten der vorzeitigen Vertragskündigung, einseitig durch den Kunden, z.B. bei gesundheitlichen Problemen, sollte unbedingt geachtet werden. Vieles ist Verhandlungssache!

Fragen Sie nach 10er Karten-Systeme oder nach Kurzzeitverträgen (z.B. für 6 Monate).

Einer 60-jährigen Frau könnte es auch aus anderen Gründen schwer fallen, ins Fitnessstudio zu gehen? Werden die älteren Kunden zuerst nicht manchmal auch etwas komisch angesehen?

Es ist nicht abzustreiten, dass in unserer Gesellschaft mit älteren Menschen teilweise sehr unsensibel umgegangen wird. Dabei können Senioren sogar oft engagierter und motivierter sein, als mancher Mittzwanziger. Trotzdem gibt es häufig viel zu wenig Angebote für Senioren, auch und gerade im Sport.

Es wäre nicht verwunderlich, wenn z.B. eine ältere Dame, die immerhin den Mut aufbringt, in ein Fitnessstudio zu gehen, wahrscheinlich nicht wiederkommt, wenn hinter der Theke zwei 20-jährige Angestellte im bauchfreien Shirt stehen und ihr etwas von „Power and Pump“ erzählen und wenig Erfahrung,Verständnis und Empathie für die Bedürfnisse von älteren Kunden zeigen!

Kann ein 65-jähriger das gleiche Training absolvieren wie ein 25-jähriger?

Der Einstieg ins Fitnesstraining richtet sich nach dem individuellen Leistungsstand, nicht nach dem Alter! Ein Trainingsprogramm sollte sowohl für junge als auch für ältere Menschen aus vier Bausteinen bestehen. Grundlegend ist eine Fitnessanalyse, also ein Gespräch, in dem etwaige persönliche Probleme wie Bluthochdruck oder Gelenkschmerzen abgeklärt werden. Der erste Trainingsbaustein ist eine viertelstündige Aufwärmphase, das so genannte „warm-up“, gefolgt von einem leichten Ganzkörper-Gerätetraining. Der dritte und wichtigste Baustein ist das Ausdauertraining im Herz-Kreislauf- oder "Fettverbrennungsbereich"; dieses sollte 70 Prozent des Pensums umfassen. Jede Trainingseinheit sollte mit einer Abwärmphase, dem so genannten „cool-down“, abschließen, in der auch Dehnungsübungen eingebaut sind, um Muskelschmerzen oder Überlastungsverletzungen vorzubeugen.

Es kann vorkommen, dass ein älterer Mensch beispielsweise eine künstliche Hüfte hat. Kann der trainieren?

Dieses Krankheitsbild kommt gerade bei Senioren sehr oft vor. Ganz wichtig: Sie können nicht nur trainieren, sie sollten dies sogar unbedingt tun! Je kräftiger die Muskulatur ist, um so mehr werden die Gelenke entlastet. vorherige Rücksprache mt dem behandelnden Orthopäden ist zu empfehlen.

Wie alt sind die Kunden in Fitnessstudios für gewöhnlich?

Der Altersdurchschnitt liegt bei 40- 45 Jahren. Vor zehn Jahren waren die Leute noch deutlich im Durchschnitt unter 30. Die Prognose für den Altersdurchschnitt im Jahr 2015 wird voraussichtlich bei über 50 Jahren liegen.

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Rehabilitationssport (Reha-Sport) und Funktionstraining

Sie stellen ergänzende Maßnahmen zur medizinischen Rehabilitation dar. Sie sind im §44 SGB IX verankert und wurden durch die Rahmenvereinbarung zwischen Krankenkassen, Verbänden und Gesetzgeber 2003 beschlossen.

(“Rahmenvereinbarung Reha-Sport und Funktionstraining vom 01.10.2003” )

Rehasport und Funktionstraining müssen vom Arzt (i.d.R. Facharzt für Orthopädie) verordnet werden. Krankenkassen fördern die Maßnahmen und übernehmen ganz oder teilweise die Kosten. Im Regelfall erfolgt die ärztliche Verordnung für die Absolvierung von 50 Übungsstunden á 45-60 Minuten in höchstens 18 Monaten. Jeder gesetzlich Krankenversicherte hat durch das SGB IX und die hierzu getroffene Rahmenvereinbarung zwischen den Leistungsträgern und den Behindertenverbänden einen Rechtsanspruch auf diese ergänzende Leistung zur Rehabilitation.

Vorrangiges Ziel des Rehabilitationssports ist es, die Verantwortlichkeit des Teilnehmers/ Patienten für seine Gesundheit zu stärken. Langfristig soll – nach Ende der Förderungshöchstdauer) eigenverantwortlich das Bewegungstraining in der bisherigen Gruppe auf eigene Kosten fortgeführt werden.

Sportmethodische und pädagogische Aspekte

  • Motivation und Regelmäßigkeit
  • langfristig Steigerung der Belastung,
  • Gruppendynamik (Kontakt zu Gleichgesinnten, Leidensgenossen ("wir sitzen alle im gleichen Boot"))
  • langfristige sportliche Betätigung.

Im Rahmen der Erstverordnung durch den behandelnden Arzt gilt Reha-Sport und Funktionstraining als „Hilfe zur Selbsthilfe“. Reha-Sport und Funktionstraining machen für alle Menschen Sinn, die bereits mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen leben oder von diesen bedroht ist.

Wie stelle ich bei der Kasse einen Antrag zur Förderung von Reha-Sport oder Funktionstraining?

Die Anträge (Mustervordruck 56 und 57) sind bei uns in der Praxis - nach vorheriger Konsultation und Untersuchung durch den Arzt – erhältlich. Den Antrag reichen Sie dann zur Genehmigung bei Ihrer Krankenkasse ein. Mit dem genehmigten Antrag können sie jeden Sportverein, oder Reha-Einrichtung konsultieren. Oder Fragen Sie nach Angeboten in Ihrer Wohnortnähe Ihre Krankenkasse.

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