Am häufigsten reißen die Außenbänder bei jungen Erwachsenen. Ältere Menschen erleiden eher einen Bruch des Außenknöchels, während bei Kindern Verletzungen der Wachstumsfuge auftreten.
Eine Verletzung der Außenbänder entsteht meistens durch Umknicken des Fußes nach außen. Mediziner beschreiben den Unfallhergang als "Sprunggelenksdistorsion" oder “Supinationstrauma”. Dabei können die Bänder nur "gezerrt" werden (Bänderdehnung) (oder es können einzelne oder auch alle drei Außenbänder an- oder durchreißen (Bänderriss/ Ruptur). Der einsetzende Schmerz nach dem Umknicken lässt keine eindeutigen Rückschlüsse auf die Verletzungsschwere zu. Teilweise kann eine Bänderdehnung schmerzhafter sein als Bänderrisse, da beim Riss auch viele Schmerzrezeptoren zerstört werden und damit nicht mehr schmerzen können.Vor allem bei Sportarten wie Fußballspielen, Tennis oder Volleyball kommt es häufig zu Verletzungen des Außenbandapparates. Aber auch das Tragen von Schuhen mit hohem Absatz birgt die Gefahr, mit dem Fuß umzuknicken.Viele Sportverletzungen haben, obwohl sie sich in der Stärke der Beschwerden unterscheiden, ein ähnliches Beschwerdebild
In der Regel erkennt man beim Bänderriss eine deutliche Schwellung im Bereich des Außenknöchels, die durch Wassereinlagerungen und den Bluterguss (Hämatom) bedingt sind. Es besteht ein starker Druck- und Bewegungsschmerz über den verletzten Bändern. Das Auftreten und Belasten vom Fuß führt gewöhnlich zu starken Schmerzen.
Sieht man äußerlich einen Bluterguss mit entsprechender Verfärbung der Haut ist dies ein erster Hinweis auf einen Bänderriss. Der Bluterguss ist ein Zeichen dafür, dass durchblutete Strukturen, wie die Gelenkkapsel und die Bänder in ihrer Struktur verletzt wurden, er kann aber auch ein Hinweis für eine Fraktur (Knochenbruch) sein.
Für den Betroffenen selbst ist es oft nicht möglich, zwischen einer Überdehnung und einem Riss der Außenbänder zu unterscheiden. Der Arzt wird Fragen zum Unfallhergang stellen, den Fuß untersuchen und eine Röntgenaufnahme anfertigen, um die Verletzung des Knochens auszuschließen.
Erste Maßnahmen:
P Pause (Sport, Knöchelbelastung etc.)
E Eis (Kühlenende Maßnahmen)
C Compression (abschwellende Maßnahmen und Verbände, Bandagen)
H Hochlagerung zur Schwellungsreduktion
Konservative Therapie:
Entlastung und Schonung sind die Grundlage der Therapie. Alle Maßnahmen zielen auf eine Reduktion der Schmerzen und wirken einer Schwellung entgegen. Zur Stabilisierung des Gelenkes und zur Verminderung der Schwellung dienen Stützverbände, Bandagen oder Kunststoffschienen. Bei ausgeprägter Schwellung oder starken Schmerzen kann in Ausnahmefällen auch ein Gipsverband angelegt werden. Entzündungshemmende Schmerzmittel verschaffen Linderung.
Wenn die Schwellung und die Schmerzen abgeklungen sind, kann damit begonnen werden, das Bein zunächst vorsichtig zu belasten. Die Belastung sollte durch eine krankengymnastische Behandlung unterstützt werden mit dem Ziel, die Muskeln zu kräftigen sowie die Koordination der Bewegung und die Eigenreflexe zu verbessern. Dies ist auch wichtig, um einem erneuten Umknicken vorzubeugen. In den meisten Fällen heilen die Bänder und das Gelenk wird wieder ausreichend stabil. Wenn zusätzlich zum Bänderriss auch noch Verletzungen des Knochens und des Knorpels vorliegen oder eine konservative Behandlung erfolglos war, können die Bänder genäht werden. Allerdings wird nur in Ausnahmefällen, wie z. B. bei Leistungssportlern, vordringlich zur Operation geraten, da sie nicht grundsätzlich zu einer schnelleren oder vollständigeren Heilung führt. Nach einem kompletten Außenbandriss mit Beteiligung aller drei Außenbänder) darf Sport erst wieder frühestens nach zwölf Wochen, Leistungssport sogar erst nach sechs Monaten ausgeübt werden. Die Gefahr einer erneuten Ruptur (Riss) ist bei zu früher Belastung und bei falscher Behandlung sehr groß. Diese Angaben müssen jedoch relativ gesehen werden und sind vom Ausmaß der Verletzung und Sportart abhängig.
Bei einer bleibenden Instabilität können spezielle orthopädische Schuhe oder Bandagen geeignet sein, das Gelenk zu stabilisieren.
Prophylaxe
Ein guter Trainingszustand und sorgfältiges Aufwärmen vor sportlichen Betätigungen minimieren das Risiko einer (erneuten) Distorsion/ Umknickverletzung erheblich, können aber ein Umknicken jedoch nicht letztendlich verhindern. Je höher der Sportschuh, um so sicherer der Schutz vor einer Bandverletzung. Vorbeugend können gefährdete Gelenke bei entsprechenden Sportarten (Fingergelenke beim Volleyball) auch bandagiert oder mit einem Tape-Verband geschützt werden.
Prognose
Einfache Bänderdehnungen heilen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen aus. Sind Kapselbänder gerissen, kommt es unter konservativer Therapie zu einer narbigen Defektheilung der Bänder. Meist reichen die vernarbten Bänder aus, um die ursprüngliche Funktion wieder übernehmen zu können. Wenn keine ausreichende Stabilität konservativ erreicht werden kann, entsteht hierdurch eine Gelenkinstabilität. In diesen Fällen sollte eine Operation in Betracht gezogen werden. Solche Verletzungen können besonders bei Sportlern operativ versorgt werden. Bei komplikationslosem Verlauf ist die vollständige Sporttauglichkeit meist nach drei Monaten wieder gegeben.



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